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arthur rimbaud: le bateau ivre :: französisch-deutsche lesung in klangräumen
 
 

Pressestimmen

 

Est Républicain, 15.05.2007:

„Rimbaud a séduit La Grenelle - Rimbaud hat La Grenelle gefallen
(Übersetzung: Isabelle Déguilly)

„Le Bateau ivre“ von Rimbaud hinterläßt bei Studenten die Erinnerung an schwierigen Textauslegungen, wo die feinen Nuancen zwischen dem Konkreten und dem Abstrakten oft ihre Rätselhaftigkeit behalten.
Die Übertragung in „Töne und musikalische Bilder“ dieser inneren Reise konnte nur die Neugier der Zuhörer wecken.
Zu Beginn ein Empfang im Garten der Hausherrn , wo das Gedicht auf deutsch auf großen Leinwänden gedruckt war, unter Benutzung von Druckstöcken aus Kirschholz aus einer alten Druckerei in Bordeaux.
Und um dem Publikum zu ermöglichen, in die Darbietung einzutauchen, befanden sich die Musiker und der Vortragende in der Mitte des Saales. Dieter Koller, der Initiator dieser musikalischen Übertragung, hat mehrere Monate mit seiner Gruppe gearbeitet......
Jeder von ihnen hatte beschlossen die Strophen des Gedichts, das er innerlich stärker empfand, „musikalisch“ zum Leben zu bringen, bevor sie gemeinsam das ganze Werk Rimbauds bearbeiten, angereichert durch „Weltgeräusche“, die den Untergrund bilden. Jede Vorstellung bleibt einzigartig, da die Darsteller die momentane Inspiration darin einbringen können.
Eine ziemlich außergewöhnliche Art, Dichtung in eine internationale Sprache zu verwandeln, von unseren deutschen Freunden dargeboten..“

 

Südwestpresse, Schwäbisches Tagblatt, 02.07.2008:

„Archaischer Arthur
Das ‚trunkene Schiff’ als Gesamtkunstwerk

Eine düstere Halle. Wie ein Vollmond schimmert nur die zwei Meter durchmessende blaue Lichtkugel über den Köpfen der Menschen. In der Mitte: Vier Musiker und ein Rezitator. Darum scharen sich etwa hundert Freunde der Kunst im Dämmerlicht.
Zeitgenössische Kunst, das haben die Strukturalisten uns gelehrt, hat immer etwas von einem Stammesritual. Bei der zweisprachigen Aufführung von Arthur Rimbauds „Trunkenem Schiff“ der Tübinger Gruppe Art-Tour am Sonntagabend in der Kulturhalle war das nicht Assoziation, sondern aesthetisches Statement. Mehr noch: die urwüchsigen Symbolwelten des Dichter-Abenteurers fordern eine solch rituelle Aufführung geradezu heraus. Zweimal hat das fünfköpfige Ensemble sein Projekt bereits aufgeführt, einmal in Frankreich, einmal in Deutschland. Rund 36 Monate brauchten die Musiker und Schauspieler für die Feinabstimmung der Lesung, die auf einer eigenen Übersetzung beruht.
Lösgelöst von reinen Buchstaben, unterstützt von düsterer Lichtregie und expressiv improvisierten Klägen entfaltete das Gedicht des Franzosen hier eine synaesthetische Kraft: abgründig, wild und magisch. ....
In die Stille zwischen den archaischen Klängen der Musiker drang die Moderne: Das Geräusch startender Flugzeuge, Straßenlärm oder schreiende Menschen. Vor dieser Sound-Kulisse entfaltete sich das 25-strophige Gedicht ....“